Mühle Rasurkultur
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Tief im Erzgebirge, im kleinen Ort Hundsdübel bei Stützengrün, stellt die Firma Mühle seit rund 80 Jahren edle Rasurprodukte her. Lokal und handwerklich gefertigt aus Aluminium, Holz, Porzellan, Harz und Dachshaar, sind sie Rasierenden weltweit ein Begriff.
Für das expandierende Unternehmen wurde das schmale, am Hang liegende Werksgelände, mit einer neuen Fertigungshalle nachverdichtet.
Idee
Mit dem Ersatzneubau sollte eine Arbeitsstätte entstehen, die eine Raffinesse entfaltet, die genau den Produkten und der Arbeitsweise von Mühle entspricht: lokal und hochwertig, traditionsbewusst und modern, scharfkantig und doch behutsam.
Auf Grundlage der städtebaulichen Vorgaben wird die 400qm große Halle als Bindeglied zwischen zwei bestehende Gebäude auf dem Werksgelände positioniert.
Diese gliedert sich in einen hohen eingeschossigen Produktionsteil und einen kleineren zweigeschossigen Bereich. Im Erdgeschoss dieser „Haus im Haus“- Konstruktion sind Büros und Verwaltungsräume untergebracht. Im Obergeschoss konnte ein großer Beratungsraum mit Blick in die Werkhalle untergebracht werden.
Äußerlich präsentiert sich der Neubau als gläsern schimmernde Erscheinung. Das Glas lässt die Außenräume nach Innen fließen, ermöglicht Einblicke in den Fertigungsprozess und sorgt nicht zuletzt für eine maximale natürliche Belichtung der Halle.
Gegliedert wird die Fassade durch fein schimmernde und präzise gekantete Aluminiumprofile – eine bewusste Referenz zu den edlen Rasurprodukten, die hier am Standort gefertigt werden. Kontrastierend zur äußeren Erscheinung ist das Innere der Halle wie ein bergender, wärmender Körper fast ausschließlich von hölzernen Oberflächen geprägt.
Material
Einfach und doch elegant, bildet eine flügelgeglättete Stahlbetonbodenplatte die konstruktive Basis des Neubaus. Die Bodenplatte sorgt mittels Industriebodenheizung gleichzeitig für die Wärmeversorgung der Halle, die auf einer Sohle-Wasserwärmepumpe basiert.
Eine rückseitige Stahlbetonwand, die im Inneren in Sichtqualität ausgeführt wurde, stützt das Gebäude gegen den nord-westlichen Hang.
Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Erzgebirge und vor dem Hintergrund eines bewussten Bauens mit nachwachsenden Rohstoffen sind alle anderen Tragelemente als Holzkonstruktionen konzipiert. So sind Stützen und Träger aus Brettschichthölzern gefertigt. Decke und Dach sind als massive Brettsperrholzelemente konzipiert. Auch die inneren Fensterkonstruktionen und akustischen Verkleidungen sind aus dem Werkstoff Holz.
Diese natürlichen Materialien sorgen neben guten konstruktiven und isolierenden Eigenschaften für ein gesundes Klima in der Halle.
Das Dach, durch die Hanglage im Ort gut sichtbar, ist größtenteils begrünt und beherbergt die Photovoltaik, die den Strom für die Erdwärmepumpe liefert.
Daten
Bauvorhaben: Mühle Rasurkultur, Neubau Werkshalle 4
Bauherrschaft: Mühle | Hans-Jürgen Müller GmbH & Co. KG
Fertigstellung: 2023
Fotograf: Simon Menges; Felix Brüggemann