Kaffeegarten Am Mühlwerder
Das einzigartige Grundstück befindet sich südlich der Innenstadt von Halle an der Saale. Der historische Kaffeegarten entstand zu Anfang des 18. Jahrhunderts und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Naherholungs- und Ausflugsziel.
Um das Potenzial und den unverwechselbaren Charme des denkmalgeschützten Ortes, in diesem historisch so wertvollen Kontext, wieder zu aktivieren, war ein besonders feinfühliger Umgang mit dem zu erhaltenden Bestand essenziell. Unser Konzept sah vor, die historischen Bestandsgebäude wieder zu nutzen, umzubauen und für die neuen Anforderungen zu transformieren. Aufgrund der geplanten, vielfältigen Nutzungen bedurfte es jedoch auch neuer baulicher Strukturen. Diese notwendigen Erweiterungen werden größtenteils auf der Basis des historischen, städtebaulichen Fußabdrucks errichtet. Denn das heutige Areal war im Mittelalter wesentlich dichter bebaut. Die wertige und zeitlose Materialität aus Natursteingewänden, fein strukturierten Kalkputzen sowie kassettierten Fenster- und Türelementen ergänzt, die selbstverständliche Verbindung von Alt und Neu.
Der ehemalige Kaffee- und Biergarten soll somit in seiner Funktion und Erscheinung wieder aktiviert werden, ebenso die Säle. Neue „Zutaten“ wie ein Feinkostladen, ein Restaurant, Ferienappartements sowie Hostelzimmer, transportieren das geschichtsträchtige Grundstück in einen zeitgenössischen, unverwechselbaren Ort der Naherholung.
Daten
Bauvorhaben: Kaffeegarten Am Mühlwerder | Sanierung und Erweiterung eines historischen Ensembles für Gastronomie und Übernachtung
Bauherrschaft: GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH
Fertigstellung: 2026 – in Ausführung
HILDEN
Die Gemeinde Greifenhain gehört zum Kohrener Land. Ein wunderbarer Landstrich, der mit seinen weich geschwungenen Hügeln, weiten Wiesen und Feldern auch als Toskana Sachsens bezeichnet wird.
Ein ehemaliger Viertseitenhof, der zentral im Ort gelegen ist und von dem aktuell nur noch zwei Gebäude erhalten sind, wird zu einem Retreat umgewandelt. Es entsteht ein Ort für Kunst und Kulinarik, ebenso wie für Rückzug und Kontemplation.
Idee
Die Potentiale des Grundstücks liegen in seinen Kontrasten und Gegensätzen. Offene Grünfläche zu geschlossener Hofbildung. Langes Haupthaus zu kleinem Stallgebäude. Große Gewölbeflächen, mit dicken, massiven Grundmauern zu kleinen, einfachen Kammern, mit leichten Fachwerkstrukturen. Aufbauend auf diesen historischen Gegebenheiten leitet das Hofgut seine neuen, differenzierten Nutzungen ab. Das ehemalige Stallgebäude im Norden, wird in Form eines Neubaus wieder zum Leben erweckt. Seine Kubatur bezieht sich auf den historischen Bestand. Doch statt kleinteiliger ehemaliger Öffnungen, öffnet sich der sortenreine Holzbau, mit großen Fassadenöffnungen in die angrenzenden Wiesenauen. Die bestehenden Strukturen werden für die neue Nutzung so wenig wie möglich und so viel, wie für die neuen Funktionen notwendig, angepasst und ertüchtigt. Ziel ist es, das grundsätzliche Erscheinungsbild der Anlage wiederherzustellen und aus den historischen Gegebenheiten des Dorfes und den Bedingungen des Grundstücks einen eigenständigen und gleichwohl vertrauten Ort zu entwickeln. Eine selbstverständliche und einfache Architektur, mit maximaler Nutzungsflexibilität, großartigen Ausblicken und viel natürlichem Tageslicht. Ein neuer Anker mit überregionaler Strahlkraft. Ein Bauwerk zwischen Wald und Wiese, zwischen Privatheit und Gemeinschaft. Ein Gehöft, das schon immer selbstverständlicher Teil des Dorfes war und nun zu neuem Leben erweckt wird.
Daten
Bauvorhaben: Umgestaltung eines Vierseithofs zu einem Retreat
Bauherrschaft: privat
Fertigstellung: 2027 – in Ausführung, 1. Bauabschnitt: 2025
Gut Kerkow
Gut Kerkow ist ein ökologischer Landwirtschaftsbetrieb im Herzen der Uckermark.
Neben Tagestouristen mit Interesse an der Landwirtschaft und biologischen Produkten zieht das Gut Kerkow immer mehr Menschen an, die für längere Zeit Ort und Landschaft genießen möchten. Um diese Sehnsüchte zu befriedigen, werden an drei unterschiedlichen Standorten, in der Nähe des Hofgut, spezifische Erholungsräume geschaffen. Die Architektur leitet sich dabei aus den einfachen Landwirtschaftsgebäuden der Umgebung ab. Gleichwohl sollen von den Bauten neue Impulse für das Gut und die Region ausgehen. Alle Gebäude werden in ökologischer Holzbauweise errichtet und durch die hofeigene Biogas-Anlage autark mit Energie versorgt.
Ein neues Apartmenthaus mit sechs Wohneinheiten und einem Wellnessbereich bildet im Norden der bestehenden Anlage den Auftakt der Baumaßnahmen. In Anlehnung an die Architektur nordischer Langhäuser und versehen mit einer dunklen Holzverschalung, vermittelt der kompakte Baukörper zwischen historischem Hofgut und dem weiten Landschaftsraum der Uckermark. Das Gebäude ist als sortenreiner Holzbau konzipiert.
Tiny Houses
Im südöstlichen Teil des weitläufigen Grundstücks sind weitere Ferienwohnungen geplant. In der Nähe zur gegenüberliegenden Wohnsiedlung liegt der Fokus jedoch auf einer einzelnen, freistehenden Bebauung.
Vorgesehen sind neun freistehende Ferienhäuser in offener Bauweise mit lockerem Bebauungszusammenhang, wie er in der näheren Umgebung vorzufinden ist. Die Ferienhäuser integrieren sich in die Landschaft und positionieren sich eher frei verteilt auf den Grundstücken, im Einklang mit der Bestandsvegetation. Perspektivisches Ziel ist dabei auch die An- und Einbindung an das Hofgut und dessen touristische Stärkung.
Die ein- und zum Teil mehrgeschossigen Häuser, mit steilem Walmdach verschmelzen mit dem Landschaftsraum und der gebauten Umgebung.
Denn auch hier spielen die Verwendung von ortstypischen Materialien und Stilelementen, wie Holz und Backstein eine große Rolle. Ein Spiel aus Tradition und Zeitgeist das die Geschichte Kerkows unaufgeregt in die heutige Zeit transportiert.
Daten
Bauvorhaben: Gut Kerkow | Neubau Ferienensembles und Retreats in der Uckermark
Bauherrschaft: Gut Kerkow Tourismus GmbH
Fertigstellung: 2026 – in Planung
Serenity Lodge
Da sich das 2010 fertiggestellte Waldhaus größter Beliebtheit erfreut, seine Bewohner regelmäßig Besuch erhalten, sowie der Wunsch nach einer Sauna und einem kleinen Atelier bestand, war es Zeit für eine bauliche Ergänzung.
In Analogie zum Waldhaus wurde 2022 auch sein Ergänzungsbau komplett aus Holz gefertigt. Hier jedoch mit Massivholzbodenplatte und Dachtragwerk aus Brettsperrholz.
Idee
Dunkelgrün schimmert die sägeraue Stülpschalung, im Einklang mit der Natur. Je nach Lichteinfall verschwimmt das eingeschossige Gebäude regelrecht mit dem umliegenden Kiefernwald.
Akzentuiert wird das Haus lediglich durch drei verschieden gestaltete Öffnungen. So wird der Ruhe- und Meditationsraum von einem Rundfenster sowie von einer zweiflügligen Türe mit Glaskassetierung geprägt. Erinnerungen an die strukturierten Papierwände japanischer Teehäuser werden geweckt. Denn auch der Zugang zum Atelier im Osten ist mit einer kassetierten Doppeltüre ausgestattet.
Die natürlichen Oberflächen der Hölzer sind im Inneren allseitig sichtbar geblieben und lediglich mit einer transparenten Schutzlasur versehen.
Recycelte Altholzbretter prägen des Interieur der Sauna. Von dieser dunklen Wärmekammer schaut man durch die gläserne Rundbogentüre und über die kleine Öffnungsluke in die Stille des umgebenden Kiefernwalds.
Daten
Bauvorhaben: Guddi house | Neubau eines Gästehauses im märkischen Kiefernwald
Bauherrschaft: privat
Fertigstellung: 2022
Fotograf: Clemens Poloczek